Hintergrund ist die bundesweite Klinikreform mit dem klaren Trend zur Ambulantisierung. „Wir erweitern unser schmerztherapeutisches Leistungsangebot um eine tagesklinische Schmerztherapie“, sagt Dr. Stefan Paech vom Fachärztezentrum Traunstein. Das entspreche sowohl den Patientenbedürfnissen
als auch den neuen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen. Die KSOB sei in der Region „der einzige Anbieter dieses wichtigen Leistungsbereichs“.
Konkret heißt das: Die Zahl der stationären Betten wird von früher 25 auf acht reduziert, gleichzeitig wächst die Tagesklinik von acht auf 16 Plätze. Insgesamt können 24 Patientinnen und Patienten gleichzeitig versorgt werden. Stationäre Aufenthalte dauern in der Regel 16 Tage, teilstationäre Therapien bis zu fünf Wochen – unter der Woche in der Klinik, am Wochenende zuhause.
Für KSOB-Klinikleiterin Petra Kalina ist die Bündelung ein logischer Schritt. Nach der schrittweisen Verlagerung aus Ruhpolding seien nun alle „drei Säulen“ der Schmerztherapie in Trostberg vereint. Dort gibt es bereits eine gut ausgebaute physikalische Therapie und kurze Wege zu anderen Fachabteilungen, etwa der Neurochirurgie.
Inhaltlich setzt die moderne Schmerztherapie weniger auf Medikamente und mehr auf aktive Mitarbeit. „Die Patienten lernen, sich selbst zu therapieren – weg von der Passivität“, erklärt der leitende Arzt Dr. Richard Strauss. Physiotherapie, Psychotherapie und ärztliche Betreuung greifen eng ineinander. Vor jeder Behandlung steht ein ausführliches interdisziplinäres Assessment.
Gerade im ländlichen Raum sieht die Klinik großen Bedarf. Viele Schmerzpatienten seien sozial isoliert, Angehörige engagierten sich stark beim Bringen und Abholen. Die Nachfrage ist hoch, die Plätze sind bereits gut gefüllt.
Trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen halten die Kliniken am Angebot fest. „Wenn man die politischen Vorgaben nicht mitgeht, sind Schmerzkliniken dem Untergang geweiht“, heißt es aus der Klinik. In Trostberg will man stattdessen vorangehen – als „Klinik 2.0“ und Versorgungsvorreiter in Südostoberbayern. Ziel bleibt: Menschen mit chronischen Schmerzen wieder auf die Beine zu bringen.