Hier beim Rupertigau-Preisschnalzen im vergangenen Jahr in Ainring.
Ursprünglich sollte der Klang der Peitschen den Winter austreiben. Heutzutage treten die „Passen“ aus den einzelnen Gemeinden in einem Wettbewerb gegeneinander an. Je
gleichmäßiger der Klang, desto mehr Punkte gibt es. Am Samstag treten rund 80 Kinder- und Jugendpassen gegeneinander an, am Sonntag sind dann die Erwachsenen dran: Hier gehen rund 130 Passen an den Start.
Zur Tradition des „Schnalzens“
Das Preisschnalzen ist ein traditioneller Brauch im Rupertiwinkel und im Salzburger Land. Mit speziellen Peitschen, den Goaßln, erzeugen die Schnalzer durch schnelle Bewegungen laute Knallgeräusche. Der Ursprung des Schnalzens geht weit zurück: Früher glaubten unsere Vorfahren, dass das laute Knallen den Winter vertreibt und eine gute Ernte bringt. Außerdem diente das Schnalzen auch zur Kommunikation zwischen den Tälern. Heute wird das Schnalzen nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch als Wettbewerb ausgetragen. Beim Preisschnalzen treten Gruppen (die „Passen“) gegeneinander an und werden nach Taktgefühl, Gleichmäßigkeit und Technik von einer Jury bewertet.
Die „Schnalzer-Saison“ beginnt immer am 2. Weihnachtsfeiertag und dauert bis zum Faschingsdienstag. Der Höhepunkt ist das Rupertigau-Preisschnalzen während der Faschingszeit, das dieses Mal in Kirchanschöring stattfindet.
Wie funktioniert das Schnalzen?
Die Goaßl besteht aus einem Holzstiel und einer langen, geflochtenen Schnur mit einer dünnen Spitze. Durch eine geschickte Handbewegung und die richtige Technik entsteht das Knallen in der Luft – ähnlich wie bei einem Peitschenhieb. Beim Schnalzen kommt es auf gleichmäßigen Abstand und Rhythmus an. Die Schnalzer müssen im richtigen Takt schnalzen, damit die Peitschenknalle harmonisch und synchron klingen. Das sorgt nicht nur für beeindruckende Geräusche, sondern zeigt auch das Können der Teilnehmer.