Wird die Babyklappe am Klinikum Traunstein geöffnet, löst sich mit einer Zeitverzögerung von drei Minuten ein Alarm in der rund um die Uhr besetzten Zentralen Notaufnahme (ZNA) am Klinikum Traunstein aus.
Diese Verzögerung ermöglicht der abgebenden Person, den Ort unbeobachtet zu verlassen, ist aber zugleich kurz genug, damit das abgelegte Kind sofort medizinisch versorgt werden kann. Eine Videoüberwachung gibt es an diesem Standort bewusst nicht – die Anonymität steht im Vordergrund.
Nach dem Alarm übernehmen ein Team der ZNA und der diensthabende Arzt der Kinder- und Jugendmedizin die weitere Betreuung. Das Neugeborene wird zunächst medizinisch untersucht und anschließend gegebenenfalls an eine Kinderklinik oder Pflegeeinrichtung weitervermittelt.
Die Babyklappe am Klinikum Traunstein besteht seit mehreren Jahren und bietet eine anonyme und sichere Möglichkeit, ein Kind in Obhut zu geben. Sie ist rund um die Uhr zugänglich und Teil eines landesweiten Schutzkonzepts, das verhindern soll, dass Neugeborene gefährdet oder unversorgt zurückgelassen werden. Auch Beratungsstellen im Landkreis Traunstein weisen regelmäßig darauf hin, dass Mütter in Notlagen dort Hilfe und Unterstützung finden – alternativ auch über die vertrauliche Geburt, bei der die Identität geschützt bleibt, aber medizinische Versorgung und Betreuung gewährleistet ist.