Die Bundespolizei hat ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet.
Am Freitagabend (10. April) wurden zahlreiche Rettungskräfte zu einem Zwischenfall auf der Bahnstrecke Penzberg-Tutzing alarmiert. Die Integrierte Leitstelle Weilheim meldete um 19.47 Uhr eine mögliche Kollision eines Regionalzuges mit einer Person im Ortsgebiet Iffeldorf.
Der Zugführer musste auf Höhe von Gut Aiderbichl eine sofortige Vollbremsung einleiten.
Bei der Befragung durch Beamte der Polizeiinspektion Penzberg gab der Lokführer an, eine unbekannte Person, gesehen zu haben, die sich von den Gleisen in Richtung Wald bewegte. Ob es tatsächlich zu einer Kollision mit dem Zug kam, konnte der Lokführer nicht angeben. Glücklicherweise wurden die Zuginsassen durch die Vollbremsung nicht verletzt.
Da die Polizei davon ausgehen musste, dass sich eine möglicherweise verletzte Person im angrenzenden Waldgebiet befand, wurde eine großangelegte Suchaktion gestartet. Insgesamt waren gut 60 Einsatzkräfte daran beteiligt. Die Feuerwehr Iffeldorf war mit 24 Kräften vor Ort, die Feuerwehr Seeshaupt mit rund 20 Kräften. Auch polizeiliche Diensthundeführer, die Maintrailer-Suchhundestaffel, Einsatzkräfte der Verkehrspolizei Weilheim, der Zentralen Dienste Murnau sowie der Bundespolizei, ein Hubschrauber der Bundespolizei, die Bergwacht mit zwei Suchdrohnen, ein Notfallteam der Deutschen Bahn sowie Notfallseelsorger waren im Einsatz.
Trotz intensiver, stundenlanger Absuche der Wald- und Flurgebiete unter Einsatz von Wärmebildkameras und Suchhunden konnte bis in die Nachtstunden keine Person aufgefunden werden, wie die Feuerwehr Iffeldorf meldete. Da das Gebiet lückenlos kontrolliert wurde, konnte die Polizei gegen 1 Uhr nachts davon ausgehen, dass sich niemand mehr in einer hilflosen Lage im betroffenen Sektor befindet. Zu dieser Zeit wurde die Aktion beendet. Die Bahnstrecke musste für die gesamte Dauer der Absuche gesperrt werden.
Die Bundespolizei, verantwortlich für die Sicherheit des Bahnverkehrs, hat gegen die bislang unbekannte Person ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Der oder die Unbekannte, welche die Vollbremsung des Zuges ausgelöst hat, oder mögliche Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Penzberg unter Telefon 08856/9257-0 zu melden.
Quelle: Polizeiinspektion Penzberg, Feuerwehr Iffeldorf