Kurz vor 14.00 Uhr setzte der Kapitän Manfred Kneidl des Ausflugsschiffes MS Herzogstand einen Notruf über die 112 an die Integrierte Leitstelle ab. Er meldete einen Brand im Maschinenraum, verletzte Personen und eine Manövrierunfähigkeit des Schiffes.

Bereits vom Ufer aus waren Rauchwolken auf dem Schiff zu erkennen.

Die Einsatzkräfte, die sich zuvor am Feuerwehrgerätehaus in Kochel zu einer Sicherheitseinweisung versammelt hatten, wurden nach einem zeitlichen Ablaufschema von der Integrierten Leitstelle abgerufen, um reale Fahrzeiten zu simulieren. Nach und nach trafen die Rettungskräfte ein und setzten mit Booten zum havarierten Schiff über. Für die Feuerwehr Kochel stellte es eine besondere Herausforderung dar, den Löschangriff über ihr Boot auszuführen und mit Atemschutz und Schwimmwesten auf dem Schiff zu agieren. Zeitgleich erfolgte die Patientenversorgung von schwer- und leichtverletzten Mimen.

Einsatzkräfte von Wasserwacht und Polizei retteten zunächst Personen, die bereits im Wasser schwammen. Anschließend transportierten sie im Pendelverkehr mit bis zu 10 Booten die Menschen von der MS Herzogstand zu einem Übergabepunkt für den Rettungsdienst. In der Nähe des Bergwacht- und Wasserrettungszentrums wurde eine Patientenablage mit Sichtung und Versorgung eingerichtet, von wo aus Rettungsdienstkräfte die fiktiven Patienten abtransportierten.

Schwerpunkte der Übung waren neben den Feuerlösch- und Rettungsmaßnahmen eine gemeinsame Einsatzleitung aller Beteiligten, der Ablauf der Übergabepunkte, das Erproben von An- und Abfahrtsmöglichkeiten sowie der Einsatz der Rettungsboote. Die DLRG Geretsried und die Wasserwacht Wolfratshausen sicherten die Übung auf dem Wasser mit zwei Booten ab.

Die Übungsorganisatoren Georg Allgäuer (FW Kochel) und Hannes Bauer (Wasserwacht Kochel) zeigten sich zufrieden. Ingo Roeske, Beobachtungsverantwortlicher der Wasserwacht, merkte an, dass eine weitere Vorplanung mit allen Beteiligten zu vordefinierten Anfahrts- und Übergabeplätzen zukünftig zu einer noch besseren Koordination beitragen könne. Kreisbrandrat Erich Zengerle lobte die Absprachen zwischen den Einsatzleitern als auf sehr hohem Niveau. KBR Erich Zengerle, Ingo Roeske und der Kochler Bürgermeister Jens Müller bedankten sich bei den Rettungskräften, Mimen, Beobachtern und den Übungsverantwortlichen für ihr Engagement.

Eingesetzte Kräfte waren die Feuerwehren Kochel, Ried, Penzberg und Wolfratshausen (Presseboot), die UG-ÖEL, die Wasserwachten Kochel, Bad Tölz, Penzberg-Iffeldorf, Uffing-Seehausen, Krün-Wallgau und Wolfratshausen (Absicherung der Übenden), die DLRG Geretsried (Absicherung der Übenden), die BRK Bereitschaften Bad Tölz, Penzberg und Weilheim sowie die Wasserschutzpolizei Kochel.

Quelle und Bildquelle: Kreisbrandinspektion Bad Tölz-Wolfratshausen
Foto: Josephine Allgäuer

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